Aller Anfang ist schwer ...

Das sollten wir am eigenen Leib erfahren – Unwetter über Frankfurt, Flugverzögerung in Düsseldorf. Ersatzweise im Eiltempo mit dem Taxi zum Airport Frankfurt – ohne Gepäck auf nach Kapstadt. Nach knapp vierzehn Stunden Flug im Jumbo die Ernüchterung am Gepäckband: „Man hat mich schon unterrichtet, Ihre beiden Rucksäcke kommen mit der nächsten Maschine nach.“ „Beiden?! Wir sind doch zu dritt!“ Wie sich später herausstellte, war ein Rucksack kurzerhand nach Amsterdam gejettet. Nach einem gepäcklosen Stresstag in Kapstadt ging’s am kommenden Morgen auf die Safari.

Rush – Missed Connex Baggage

Erstes Ziel Calvinia

Nach Klärung der Formalitäten verstauen unsere vierzehn Mitreisenden ihr Gepäck im Truck, der für die nächsten drei Wochen unser fahrbares Heim werden soll. Unsere Habseligkeiten waren derweil schon im Flieger nach Südafrika unterwegs. 450 km gilt es heute zurückzulegen. Zwischenstopp in Ceres, erste Einkäufe – wer weiß, was die Reise bringt. Der weitere Verlauf der Route führt uns das erste Mal vor Augen, dass wir nicht mehr in Europa sind. Unendliche Weite, einsame Strommasten verraten einen Hauch von Zivilisation. Diese Nacht sollten wir noch in einer festen Behausung verbringen, ab morgen heißt es campen. Ende eines Albtraums: Unser Gepäck trifft per Kurier in der Wildnis ein. Urlaub!

 

Augrabies Falls

Unsere heutige Etappe führt uns am Kokerboomwoud (zu deutsch: Köcherbaumwald) vorbei. Ein wirklich bizarres Örtchen: vereinzelte wuchtige Bäume – mehrere hundert Jahre alt – und doch scheinen sie nur auf Steinen zu wachsen. Von einem „Wald“ im europäischen Sinne kann keine Rede sein.

Am Orange River liegen die idyllischen Augrabies Falls. Der Campingplatz überrascht. Da könnte sich manch europäischer Campingplatz eine Scheibe von abschneiden.

Nahe des Wasserfalls treffen wir auf die ersten wilden Tiere! „Elefantenratten“ taufen wir sie; eigentlich heißen sie Rock Dassie (zu deutsch: Klippschliefer), drollige Nager, interessanterweise die nächsten Verwandten des Elefanten (echt wahr, wir wollten es selbst nicht glauben). Der Tag neigt sich leider mit großen Schritten seinem Ende entgegen. Um 17.30 Uhr beginnt die Sonne zu sinken. 18.15 Uhr: Finsternis über Südafrika.

Rock Dassie

Kalahari Gemsbok National Park

Bitterkalt und stockfinster ist es, als wir frühmorgens unsere Zelte abbrechen. Neun Stunden Fahrt liegen zwischen hier und unserem Camp in der Kalahari. Kurz vor unserem Ziel unser erstes Highlight: Löwen (zwar weit weg, aber immerhin). Was man gemeinhin unter „Abenteuer“ versteht, erwartet uns am kommenden Morgen: Frühsport beim Truckanschieben – die Batterie ist hin. Dafür lernen wir tagsüber beim Gamedrive erste Tierarten kennen: Erdmännchen und -hörnchen, Oryx-Antilopen, Gnus und Springböcke, um nur einige zu nennen.

Abends vergnügen wir uns mit sportlichen Aktivitäten im puren Wüstensand, während unser Cooking-Team das Dinner vorbereitet. Erwähnenswert ist hier besonders das Dessert: Banoffee (Banana & Toffee).

Die vorerst letzte Nacht unter dem südafrikanischen Sternenhimmel. Morgen werden wir die Grenze zu Namibia erreichen.

 

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