Deutsche Spuren – Keetmanshoop

Nachdem wir in Rietfontein die namibische Grenze überschritten haben, treffen wir am Ende unserer 360 km-Etappe in Keetmanshoop ein. Spuren der deutschen Kolonialzeit lassen sich hier kaum leugnen, Bauten wie die Missionskirche und das kaiserliche Postamt tragen offensichtliche deutsche Züge.

Bei einem kurzen Abstecher zum Giant’s Playground (zu deutsch: Spielplatz der Giganten) besichtigen wir die gestalterischen Launen der Natur. Kunst aus Stein und Pflanzen. Oder hat hier doch ein Baggerfahrer seine Mittagspause verbracht?

Selbst in einer kleinen Großstadt gibt es wilde Tiere. Am Abend machen wir in unserem Camp Bekanntschaft mit zwei Geparden-Damen. „Kommen Sie ruhig rein“, sagt der Tierpfleger in fließendem Deutsch zu uns, als er die beiden verwaisten Tiere füttert. In den Käfig zu gehen kostet schon ein wenig Mut, aber die Fotos sind es wert. Auch außerhalb des Käfigs bietet sich ein wunderschöner Anblick: Sonnenuntergang zwischen den Köcherbaumen. Farbenmeer.

Felsen am Giant’s Playground

„Welcome to Dust Heaven“

Auf unserer heutigen Route zum NamibNaukluft National Park durchqueren wir die Maltahöhen. Der Kampierplatz (eine namibisch-deutsche Wortschöpfung?) wird gerade vom täglichen Sandsturm verwüstet. Das Aufstellen der Zelte erweist sich als äußerst problematisch – sie an Ort und Stelle zu halten noch mehr. Felsbrocken schaffen Abhilfe.

Den Sonnenuntergang beobachten wir am Sesriem Canyon vom Dach unseres Trucks. Im Hintergrund lassen sich die leisen Balzlaute der Klopfkäfer erahnen (wenn man wirklich, wirklich viel Phantasie hat).

 

Die größten Sanddünen der Welt

Heute endet die Nachtruhe nicht wirklich spät – gegen 4.30 Uhr um genau zu sein – schlaftrunken, fröstelnd und am Ende unserer Kräfte erklimmen wir die Dune 45. Der wunderschöne Sonnenaufgang über der Namib entschädigt für die Mühen des 170 m-Aufstiegs.

Mit dem Four-by-Four (Geländewagen) legen wir die verbleibenden 5 km bis zum Sossusvlei zurück. Die Namas nennen ihn den „blinden Fluss“ (sossus), nur die Bäume an seinen Ufern verraten, dass hier tief unter der verkrusteten Oberfläche Wasser fließt. 1997 stand das Vlei zuletzt unter Wasser. Tiefblaue Seen zwischen feuerroten Dünen.

Die kommende Nacht verbringen wir am Bloedkoppie/Blutkopje, den wir mühsam auf allen Vieren erklimmen, um den Sonnenuntergang zu bewundern.

Toter Baum im Deadvlei

Zwischen Wüste und Meer

Die Kolonialzeit hat Swakopmund geprägt, wie kaum eine andere Stadt in Namibia. Durch und durch deutsch wirkt die 35.000 Einwohner zählende Kleinstadt an der Atlantikküste, die seit 1894 einen regelmäßigen Frachtverkehr mit Hamburg unterhielt.

‚Swakop‘ überrascht mit auffällig viel Grün, waren wir doch gerade erst durch die Wüste gefahren. Deutsche Architektur eingerahmt von Palmen, ein afrikanischer Handwerksmarkt – eine interessante Mischung.

Besonderer Höhepunkt des Nachmittags ist ein ausgedehnter Trip mit dem Quad-Bike durch die hohen Dünen am Rande der Namib. Danach geht’s zurück zum Campingplatz – ein tropisches Feriendorf direkt am Meer.

 

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