Deutsche Spuren – Keetmanshoop
Nachdem wir in Rietfontein die namibische Grenze
überschritten haben, treffen wir am Ende unserer
Keetmanshoop ein. Spuren der
deutschen Kolonialzeit lassen sich hier kaum leugnen, Bauten wie die Missionskirche
und das kaiserliche Postamt tragen offensichtliche deutsche Züge.
Bei einem kurzen Abstecher zum Giant’s Playground (zu deutsch: Spielplatz der Giganten) besichtigen wir die gestalterischen Launen der Natur. Kunst aus Stein und Pflanzen. Oder hat hier doch ein Baggerfahrer seine Mittagspause verbracht?
Selbst in einer kleinen Großstadt gibt es wilde Tiere. Am
Abend machen wir in unserem Camp Bekanntschaft mit zwei
Geparden-Damen.
„Kommen Sie ruhig rein“, sagt der Tierpfleger in
fließendem Deutsch zu uns, als er die beiden verwaisten Tiere
füttert. In den Käfig zu gehen kostet schon ein wenig Mut,
aber die Fotos sind es wert. Auch außerhalb des Käfigs
bietet sich ein wunderschöner Anblick: Sonnenuntergang zwischen
den Köcherbaumen. Farbenmeer.
„Welcome to Dust Heaven“
Auf unserer heutigen Route zum
Namib
Naukluft National Park
durchqueren wir die
Maltahöhen. Der Kampierplatz
(eine namibisch-deutsche Wortschöpfung?) wird gerade vom
täglichen Sandsturm verwüstet. Das Aufstellen der Zelte
erweist sich als äußerst problematisch – sie an
Ort und Stelle zu halten noch mehr. Felsbrocken schaffen Abhilfe.
Den Sonnenuntergang beobachten wir am
Sesriem Canyon vom Dach
unseres Trucks. Im Hintergrund lassen sich die leisen Balzlaute der
Klopfkäfer erahnen (wenn man wirklich, wirklich viel
Phantasie hat).
Die größten Sanddünen der Welt
Heute endet die Nachtruhe nicht wirklich spät – gegen
Mit dem Four-by-Four (Geländewagen) legen wir die verbleibenden
5 km bis zum
Sossusvlei zurück.
Die
Namas nennen
ihn den „blinden Fluss“ (sossus), nur die Bäume an
seinen Ufern verraten, dass hier tief unter der verkrusteten
Oberfläche Wasser fließt. 1997 stand das Vlei zuletzt
unter Wasser. Tiefblaue Seen zwischen feuerroten Dünen.
Die kommende Nacht verbringen wir am Bloedkoppie/Blutkopje, den wir mühsam auf allen Vieren erklimmen, um den Sonnenuntergang zu bewundern.
Zwischen Wüste und Meer
Die Kolonialzeit hat
Swakopmund geprägt, wie kaum eine
andere Stadt in Namibia. Durch und durch deutsch wirkt die 35.000
Einwohner zählende Kleinstadt an der Atlantikküste, die
seit 1894 einen regelmäßigen Frachtverkehr mit Hamburg
unterhielt.
‚Swakop‘ überrascht mit auffällig viel Grün, waren wir doch gerade erst durch die Wüste gefahren. Deutsche Architektur eingerahmt von Palmen, ein afrikanischer Handwerksmarkt – eine interessante Mischung.
Besonderer Höhepunkt des Nachmittags ist ein ausgedehnter
Trip mit dem
Quad-Bike durch die hohen
Dünen am Rande der Namib. Danach geht’s zurück zum Campingplatz –
ein tropisches Feriendorf direkt am Meer.