Robben so weit die Sinne reichen
Der Fischreichtum, den der
Benguelastrom mit sich bringt, macht
die Küste Namibias zu einem Paradies für
Ohrenrobben,
die hier am
Cape Cross zu zehntausenden leben. Unwirklich
wirken dagegen ihre Laute; die eher an eine Schafherde erinnern.
„Möäääh!“
Der Strand an der Mile 108 wird für diese Nacht unser stürmisches Heim sein. Der Zeltaufbau erfordert vereinte Kräfte, und die Angst am nächsten Morgen mit dem Zelt als einsame Boje auf hoher See zu erwachen ist allgegenwärtig.
Skeleton Coast
Von den sagenumwogenen Schiffswracks der
Skelettküste
bekamen wir leider nur eines zu Gesicht. Weite Teile der Küste
sind
Diamantensperrgebiet. Aufgrund von Diamantenfunden am Beginn
des letzten Jahrhunderts dürfen diese Gebiete noch immer
nicht betreten werden.
Ungünstige und unvorhersehbare Strömungen ließen hier in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Schiffe auflaufen und verbreiteten unter den Seeleuten Angst und Schrecken. Der Name kommt nicht wie man vermuten könnte von den Schiffswracks, sondern von menschlichen und tierischen Skeletten, die hier in der Vergangenheit angeschwemmt wurden.
Später am Tag besuchen wir die berühmten Felsgravuren
von
Twyfelfontein (zu deutsch: Zweifelhafte Quelle)
und die
Orgelpfeifen, eine bizarre Steinformation, von der
Erosion aus dem vulkanischen Gestein geformt.
In der Nacht bietet sich die sehr autentische Schlafmöglichkeit in offenen Bambus-Hütten, zum Einschlafen zählen wir die Sterne der Milchstraße. Ein grandioser Anblick!
Die versteinerten Hölzer des
Petrified Forest
(zu deutsch: Versteinerter Wald) wurden vor 260 Mio. Jahren von einem
Fluss aus Angola hierher geschwemmt. Unter Luftabschluss versteinerten
sie, zu einer Zeit als auch die heute so trockene
Etoscha-Pfanne
noch unter Wasser stand.
Im Laderaum der Arche Noah
Hier ist das Vorrecht der Tiere noch ungebrochen – gleich der
Erde am Morgen des sechsten Tages der Schöpfung. Jetzt endlich
treffen wir all’ die Tiere, auf die wir die ganze Safari
sehnsüchtig gewartet haben. Auf holprigen Schotterpisten
zieht es uns von Wasserloch zu Wasserloch, immer in der Hoffnung
neben
Zebras und
Giraffen,
auch einmal auf ein Rudel Löwen,
eine Herde
Elefanten oder eines der
seltenen
schwarzen Nashörner
zu treffen.
Gleich am ersten Abend wird unsere Hoffnung erfüllt, gleich vierzig Elefanten und drei schwarze Nashörner (Black Rhino) finden sich nahe unseres Camps am Wasserloch ein. Familie Löwe lässt weiter auf sich warten. Kurz nach dem allabendlichen Grillen erfüllt ein Donnern die Luft, eine Zebraherde gallopiert nahe an uns vorbei. Der Boden bebt. Einfach unbeschreiblich. Morgens die Überraschung, beim Gamedrive erspähen wir drei Löwen nahe der Piste. Endlich: Foto!
Urbane Ambitionen
Kurz vor
Windhoek, in
Okahandja, finden wir Gelegenheit
auf dem größten Markt seiner Art in Namibia landestypisches
Kunsthandwerk zu bewundern. Beim Kauf ist Handeln angesagt. Kurz vor
Schalterschluss der Banken treffen wir in Windhoek ein. Fast
600 km haben wir heute zurückgelegt, um die 200.000 Einwohner
zählende namibische Hauptstadt zu erreichen. Die City kann eine
touristische Prägung nicht leugnen. Die Baustile der Innenstadt
könnten verschiedener nicht sein. Zwischen den Hoch- und Glasbauten
der Neuzeit finden sind allerorts die liebevoll restaurierten Bauten
aus kolonialer Vergangenheit.
Besonders erwähnenswert sind wohl die Alte Feste, der Tintenpalast, die Christuskirche, das Reiterdenkmal und die Independence Avenue, Windhoeks Hauptgeschäftsstraße.
In „Joe’s Beerhouse“ kommen wir endlich dazu einheimische Wildspezialitäten zu kosten. Empfehlenswert. Ein Besuch der Diskothek „Basement“ rundet den Abend ab.